reinkingprojekte

Hermine Anthoine - Staring at the sun

Hermine Anthoine - Starting at the sun

Reinkingprojekte würde Sie gerne zur Eröffnung der nächsten Ausstellung einladen.

In die Sillemstraße 48 a+b
20257 Hamburg

Wir sind stolz, Ihnen die französische Künstlerin Hermine Anthoine präsentieren zu dürfen.

Eröffnung 29. Mai 2010
17.00 Uhr – open end

Terminabsprache erwünscht
Wir freuen uns auf Ihren Besuch

 

Hermine Anthoine. Staring at the sun
Haben Sie jemals etwas von der Heliotherapie gehört? Sie ist eine Art Medizin, die darin besteht Sonnenbäder zu verschreiben. Diese ungewöhnliche Behandlung wird Patienten mit verschiedenen Symptomen wie Rachitis, jahreszeitabhängigen Depressionen, Lungen- oder Hauterkrankungen. Die Heliotherapie wurde nicht erst gestern erfunden, aber die meisten von uns kennen ihre unerwünschte Konsequenz: gold gebräunte Haut.

Seit der späten 1930er ist gebräunte Haut en vogue, was es zu einer Möglichkeit entwickelt hat, unser Gegenüber über bestimmte Dinge zu informieren (wie z. Bsp. die Tatsache (nicht) im Urlaub gewesen zu sein oder (k)einen Zugang zu einem Solarium gehabt zu haben – was in beiden Fällen ein Zeichen von sozialer Extravaganz sein könnte, die sich nicht jeder leisten kann etc.). Trotzdem war gebräunte Haut auch immer ein Zeichen und sogar ein soziales Zeichen dafür der unteren Schicht anzugehören und noch konkreter der Landbevölkerung.

Hermine Anthoines Haut ist nicht gebräunt, ein Zeichen dafür, dass sie sich in letzter Zeit nicht der Sonne ausgesetzt hat oder aussetzen hat lassen. Trotzdem zeigt ihre momentane Ausstellung bei Reinkingprojekte in Hamburg ab dem 29. Mai Arbeiten, die sich mit einem bedeutsamen Spiel mit diesem Gestirn auseinandersetzen, akzentuiert durch die Verarbeitung des Lieblingsmaterials der Künstlerin: Bronze. Als Tochter einer Bauernfamilie hat Hermine Anthoine ein Jahrzent lang Kunst hergestellt, die auf Desillusionierung basiert, gemeinsam mit der Notwendigkeit den Diskurs über solch eine a priori obsolete Technik in Frankreich wie der Bronzegießerei fortzuführen und der sozialen Sphäre aus der sie kommt, Anerkennung zu erweisen.

Die Ausstellung präsentiert eine Ansammlung von Arbeiten, die eine nette, aber zur selben Zeit schwere Träumerei zulassen. Unsere Augen starren auf Blätter, die an die Wand genagelt farbig reflektieren und wir werden die Möglichkeit haben, in ein Zeit umkehrendes Bühnenbild einzutauchen. Ein Stück weiter werden wir Blumen sehen, die so riesig sind, dass ihre Stängel aus dem Bouquet herausragen, während das sichtbare Gewicht eines alten Fensterrahmes vollkommen der Schwerkraft zu entfliehen scheint… Im Gegensatz dazu, werden vereinzelte Totenköpfe eine weiche Spannung in diesem Raum erzeugen: Werden wir von einer verführerischen Gebäckmischung probieren oder sollen wir mit dem Gedanken spielen, uns selbst verschwinden zu lassen? Was ist diese Sonne, in die man hineinstarren kann ohne braun zu werden? Hat Hermine Anthoine durch ihre Skulpturen einen Weg zu einer Zeit von nicht konventioneller Ruhe gefunden? Ist das Ziel der ausgestellten Stücke eine neue Form der Medikamenten-Verschreibung?
Jack Tone

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